Lederhose kombinieren: So stimmen Sie Hemd, Weste, Janker und Accessoires ab

Aktualisiert am 06.10.2026

Eine gute Trachtenlederhose begleitet ihren Träger oft über Jahrzehnte, während Hemd und Weste im Kleiderschrank regelmäßig wechseln. Genau deshalb ist sie der feste Ausgangspunkt jedes Outfits: Ihre Länge und ihr Lederton geben vor, was dazu passt, und die Stickerei liefert die Akzentfarbe gleich mit. Dieselbe Hose wirkt auf der Wiesn lässig und auf einer Trachtenhochzeit festlich, abhängig davon, welche Teile Sie darüber und darunter tragen. Dazu kommen Fragen, die vielen Männern erst beim Anziehen auffallen: Hosenträger oder Gürtel? Loferl oder Kniestrümpfe? Welche Regeln stecken hinter einem stimmigen Lederhosen-Outfit, und wie setzen Sie sie Teil für Teil um?

Inhaltsverzeichnis

Schmuckbild, nicht relevant für den Beitrag

Die Lederhose gibt den Ton an: Länge, Lederfarbe und Stickerei

Bei der kurzen Lederhose endet das Bein etwa eine Handbreit über dem Knie. Die Kniebundlederhose reicht knapp unter das Knie und wird dort mit einem Bund geschlossen, die lange Lederhose deckt das ganze Bein. Historisch ist die Kniebundhose die ältere Form, die kurze Lederhose kam erst später dazu und prägt heute das Bild auf Volksfesten. Einen schnellen Vergleich der Schnitte bieten unsere kurzen Lederhosen und Kniebund-Lederhosen.

Wie die drei Längen wirken und wo sie zu Hause sind, zeigt die Übersicht:

LängeEndetWirkungTypische Anlässe
Kurze Lederhoseeine Handbreit über dem Knielässig, sommerlichOktoberfest, Volksfest, Biergarten
Kniebundlederhoseknapp unter dem Knie, mit Bund geschlossentraditionell, festlichTrachtenhochzeit, Festtag, Kirchweih
Lange Lederhoseam Knöchelzurückhaltend, alltagstauglichkühle Tage und Alltag

Mindestens genauso viel Einfluss hat der Lederton. Die Lederhose ist die größte zusammenhängende Fläche im Outfit, und ihr erdiger Farbton bleibt immer sichtbar. Helle Töne wirken warm und sommerlich, dunkle bis schwarze Töne kühler und festlicher. Bei Hirsch- und Wildbockleder kommt die Patina dazu: Das Leder dunkelt mit den Jahren an Knien und Taschen nach und gibt der Hose einen gewachsenen Charakter.

Den dritten Hinweis trägt die Hose selbst, nämlich die Stickerei. Ihr Garn bringt bereits eine zweite Farbe ins Outfit. Greifen Hemd oder Weste diese Farbe auf, wirkt der Look geplant statt zusammengewürfelt. Halten Sie sich an diese Akzentfarbe, dann ergibt sich die Wahl der übrigen Teile fast von selbst.

Lederhosen von Stockerpoint

Was zu einem vollständigen Lederhosen-Outfit gehört

Ein Trachtenoutfit baut sich in Schichten auf, und jede Schicht hat eine Aufgabe. Zur Grundausstattung gehören neben der Lederhose ein Trachtenhemd und passende Strümpfe, dazu Trachtenschuhe. Hosenträger oder Gürtel sorgen für Halt. Weste und Janker heben die Formalität je nach Anlass an, Hut und Schmuck setzen am Ende persönliche Akzente.

Fehlt ein Teil der Grundausstattung, wirkt das ganze Gwand unvollständig, zu viele Schmuckteile auf einmal lassen den Look dagegen schnell kostümhaft wirken. Für den ersten Besuch auf dem Oktoberfest genügt deshalb die Grundausstattung plus Hosenträger.

Beim Anziehen hilft eine feste Reihenfolge, denn manche Teile lassen sich nachträglich nur mühsam nachbessern:

  • Strümpfe oder Loferl zuerst anziehen, damit der Strumpfrand bei der Kniebundlederhose später unter dem Bund liegt.
  • Das Trachtenhemd anziehen und glatt streichen, bevor die Lederhose darüber kommt.
  • Die Lederhose anziehen, das Hemd sauber einstecken und das Hosentürl schließen.
  • Die Hosenträger an den Knöpfen am Bund einhängen und so einstellen, dass die Hose ohne Zug auf der Hüfte sitzt.
  • Die Weste schließen und bei Bedarf den Janker überziehen.
  • Die Schuhe schnüren und zuletzt Hut und Charivari anlegen.

Mit dieser Reihenfolge bleibt das Hemd an seinem Platz, auch wenn Sie sich zum Schnüren der Schuhe bücken. Außerdem lassen sich die Hosenträger noch nachstellen, solange keine Weste darüber liegt.

Das Trachtenhemd zur Lederhose: Farbe, Muster und Trageweise

Das Hemd ist die zweitgrößte Fläche im Outfit und sitzt direkt am Gesicht, deshalb bestimmt es die Grundstimmung. Karohemden bringen Bewegung ins Bild. Je kleiner das Karo, desto ruhiger wirkt es und desto leichter verträgt es eine gemusterte Weste darüber. Ein großes, kräftiges Karo darf dagegen für sich allein stehen und wirkt ohne Weste besonders fesch. Das weiße Trachtenhemd ist die vielseitigste Basis, weil es zu jedem Lederton passt und vom Bierzelt bis zur Trauung eine gute Figur macht.

Beim Kragen haben Sie die Wahl zwischen klassischem Kentkragen und Stehkragen. Der Stehkragen wirkt ursprünglicher und kommt ohne Krawatte aus, der Kentkragen lässt sich auch mit einer schmalen Trachtenkrawatte tragen. Baumwolle ist der Standard für Volksfeste, Leinen atmet an warmen Tagen besser und gibt dem Hemd eine leicht rustikale Struktur. Welches Hemd zu welcher Weste und welchem Lederton passt, fasst die Tabelle zusammen:

HemdPasst zu dieser WesteBester LedertonAnlass
Weiß, unijede Weste, auch gemustertjeder LedertonHochzeit, Festtag, Wiesn
Kleines KaroUni-Weste oder dezentes Musterhell bis mittelbraunWiesn, Familienfeier
Großes KaroUni-Weste oder ohne Westehell, warmVolksfest, Biergarten
Stehkragen aus LeinenLeinen- oder Samtwestemittel bis dunkelTrachtenhochzeit im Sommer

Das Hemd gehört in die Lederhose. Hängt es lose, verdeckt es Hosentürl und Stickerei, also genau die Details, die eine Lederhose ausmachen. Auf der Wiesn schlagen Sie die Ärmel zwei- bis dreimal bis knapp unter den Ellbogen um, zum Festtag bleiben sie geschlossen.

Redaktionstipp: Wie die Ärmel sauber sitzen und wie viele Knöpfe offen bleiben dürfen, zeigt unser Guide Trachtenhemd richtig tragen.

Trachtenhemden von Stockerpoint

Hosenträger oder Gürtel: Was zur Lederhose passt

Die klassische Lederhose hat am Bund Hosenträgerknöpfe, und das hat einen praktischen Grund: Das schwere Leder zieht nach unten, und die traditionelle Hose sitzt eher locker auf der Hüfte. Hosenträger verteilen diesen Zug auf die Schultern. Der Steg zwischen den Trägern ist oft bestickt und farblich auf die Hose abgestimmt, so wird der Halt zugleich zum Schmuckstück auf der Brust. Je nach Region und Anlass sind H-Form und Y-Form üblich, wobei die H-Form mit breiteren Trägern besonders traditionell wirkt.

Ein Trachtengürtel braucht Gürtelschlaufen und einen festen Sitz an der Taille. Ein schlichter Ledergürtel passt vor allem zu modern geschnittenen, figurnäheren Lederhosen und wirkt lässiger als Träger. In der Regel tragen Sie entweder Hosenträger oder Gürtel. Die Träger gehören dabei immer an die dafür vorgesehenen Knöpfe, da Gürtelschlaufen für diese Zugbelastung nicht gemacht sind. Wie Sie die Träger befestigen und auf Ihre Körpergröße einstellen, erklärt unser Ratgeber Hosenträger mit Lederhose richtig tragen.

Für die Entscheidung im Alltag hilft eine einfache Zuordnung:

  • Hosenträger, wenn Ihre Lederhose Trägerknöpfe am Bund hat
  • Hosenträger, wenn Sie eine Weste tragen, unter der die Träger verschwinden
  • Hosenträger zu Trachtenhochzeit und Festtag
  • Gürtel, wenn die Hose Gürtelschlaufen hat und eng an der Taille sitzt
  • Gürtel zum lässigen Look im Biergarten ohne Weste

Farblich liegen Sie mit Naturtönen wie Braun oder Moosgrün richtig. Passen Träger und Stickerei zueinander, wirkt das Outfit schon stimmig, bevor Weste oder Janker überhaupt ins Spiel kommen. Stellen Sie die Länge so ein, dass der Steg etwa auf Brusthöhe sitzt und die Hose nicht nach oben gezogen wird. Sitzt der Bund spürbar über der Hüfte, sind die Träger zu kurz.

Die Trachtenweste: Wann sie das Outfit aufwertet

Die Trachtenweste teilt die Fläche zwischen Hemd und Lederhose und zieht eine senkrechte Linie über den Oberkörper, was optisch streckt und aufgeräumt wirkt. Gleichzeitig verschwinden die Hosenträger darunter, sodass ein bestickter Steg dem Westenmuster keine Konkurrenz macht. Im vollen Bierzelt ist die Weste häufig die bessere Wahl als der Janker, weil sie Struktur gibt, ohne zu wärmen.

Beim Material gibt der Anlass die Richtung vor. Samt wirkt festlich und ist die erste Wahl für Hochzeiten. Leinen trägt sich an warmen Tagen angenehm, Wolle und Loden passen zu Volksfesten im Herbst und lassen sich fast das ganze Jahr tragen. Farblich greifen Sie entweder die Stickereifarbe der Lederhose auf oder wählen einen Ton, der dunkler ist als das Hemd. Welche Westenfarbe zu welchem Lederton passt, zeigt unser Guide zur Trachtenweste mit sieben Tipps.

Experten-Tipp

Achten Sie darauf, dass die Weste auf Höhe des Hosenbunds oder knapp darüber endet. Ein sichtbarer Streifen Hemd zwischen Weste und Lederhose teilt den Körper optisch in zwei Hälften und lässt das Outfit unruhig wirken.

Trachtenwesten von Stockerpoint

Der Janker: Die passende Jacke über Hemd und Weste

Der Janker ist die äußerste und formellste Kleidungsschicht und zugleich der Wetterschutz des Outfits. Seinen Ursprung hat er als robuste Arbeitsjacke, heute gehört er zu Festtag und Hochzeit. Das klassische Material ist Loden, also dicht verwalkte Schafwolle, deren verfilzte Fasern Wind abhalten und leichten Regen abperlen lassen.

Für die Proportion zählt die Länge. Zu einer kurzen Lederhose passt ein kurz geschnittener Janker, der an der Hüfte endet. Längere Trachtensakkos verschieben das Verhältnis: Der Oberkörper wirkt lang, die Beine kurz. Zu Kniebund und langer Lederhose darf die Jacke dagegen länger ausfallen. Tragen Sie Weste und Janker zusammen, wählen Sie eine ruhige Weste in Uni oder mit dezentem Muster und einen gemeinsamen Grundton, etwa Grau mit Grün.

Bevor Sie einen Janker zum Outfit wählen, lohnt ein kurzer Abgleich:

  • Der Janker endet bei der kurzen Lederhose auf Hüfthöhe.
  • Unter dem Ärmel sind etwa 1–1,5 cm Hemdmanschette zu sehen.
  • Die Weste darunter ist unifarben oder dezent gemustert.
  • Janker und Weste teilen einen Grundton.
  • Das Material passt zur Saison: Loden und Walk für den Herbst, Leinen oder Strick für milde Tage.

An einem kühlen Oktoberabend bewährt sich über dem Karohemd ein grauer Strickjanker, den Sie im Zelt einfach ablegen. Kragenformen und passende Anlässe beschreibt unser Style-Guide Janker richtig tragen.

Strümpfe, Loferl und Schuhe: Der Look von der Wade abwärts

Bei der kurzen Lederhose fällt der Blick schnell auf die Beine. Strümpfe und Schuhe tragen hier mehr zum Gesamteindruck bei als bei jeder anderen Hosenlänge.

Loferl und Trachtenstrümpfe

Loferl sind Wadenwärmer ohne Fußteil. Sie stammen aus einer Zeit, in der sich nicht jeder Schuhe und lange Strümpfe leisten konnte, und schützten das Bein vor Kälte; ursprünglich bestanden sie aus naturweißer Schafwolle. Loferl sitzen unter dem Knie auf dem stärksten Teil der Wade. Zwischen Loferl und Schuh bleibt Haut sichtbar, das gehört zum Bild. Möchten Sie nicht barfuß im Schuh stehen, tragen Sie Füßlinge, die im Schuh verschwinden.

Wie Sie Loferl anziehen und auf die richtige Höhe bringen, zeigt unsere Anleitung Loferl richtig tragen.

Zur Kniebundlederhose gehören Kniestrümpfe, die unter dem Bund verschwinden, häufig mit Zopfmuster. Bei der langen Lederhose rücken die Strümpfe in den Hintergrund. Naturtöne von Weiß bis Beige passen immer, farbige Strümpfe setzen Sie bewusst als Akzent passend zur Stickerei.

Welche Strümpfe und Schuhe zu welcher Länge gehören, zeigt die Übersicht:

LederhosenlängePassende StrümpfeStrumpfmaterialPassende Schuhe
Kurz LederhosenLoferl oder Trachtensocken bis unter das KnieWollmischung, im Sommer Baumwolle mit LeinenHaferlschuhe
KniebundlederhosenKniestrümpfeWollmischung mit verstärkter FerseHaferlschuhe
Lange Lederhosenkurze TrachtensockenBaumwolle oder WollmischungHaferlschuhe, Boots oder Sneaker

Trachtenschuhe

Der Haferlschuh ist der Klassiker zur Lederhose. Seine Schnürung sitzt seitlich, das Schuhblatt bleibt vorne glatt und ruhig, was gut zu den großen Lederflächen der Hose passt. Trachtenboots passen in den Herbst, Trachtensneaker zum lässigen Look ohne Loferl. Zu Loferl tragen Sie ausschließlich Trachtenschuhe. Farblich wirkt ein Schuh, der einen Ton dunkler ist als die Lederhose, geerdet und stimmig.

Praxis-Tipp: Ist für den Abend Regen angesagt, tauschen Sie die Haferlschuhe gegen Trachtenboots und die Loferl gegen Trachtensocken bis unter das Knie. Der Look bleibt traditionell, und die Füße bleiben trocken.

Trachtenschuhe von Stockerpoint

Hut, Gamsbart und Charivari: Accessoires mit Bedeutung

Accessoires hatten in der Tracht ursprünglich eine Bedeutung, und das spüren Betrachter bis heute. Ein einzelnes Stück wirkt deshalb wie ein Zeichen von Kennerschaft, während mehrere gleichzeitig um Aufmerksamkeit ringen. Bewährt hat sich die Regel von ein bis zwei Akzenten pro Outfit.

Das Charivari war ursprünglich eine Uhrenkette mit Anhängern aus der Jagd, etwa Geweihteilen oder Zähnen, und wurde in vielen Familien über Generationen vererbt. Der Gamsbart sitzt am Trachtenhut, meist links und leicht nach hinten versetzt, gehalten von einer Hülse. Wie Sie ihn platzieren und befestigen, lesen Sie in unserer Anleitung Gamsbart richtig tragen. Ein weiteres Detail sitzt an der Hose selbst: Viele Lederhosen haben an der Seite eine Messertasche, in der traditionell ein Trachtenmesser steckt. Heute ist es vor allem Zierde, oft mit einem Griff aus Hirschhorn passend zu den Knöpfen der Hose. Bei öffentlichen Veranstaltungen gilt allerdings ein Messerverbot, auf dem Oktoberfest einschließlich Trachtenmessern und Hirschfängern; dort bleibt die Messertasche leer.

Wann welches Accessoire passt, hängt vor allem vom Anlass ab:

  • Trachtenhut: draußen bei Festzug und Trauung im Freien, in der Kirche abgenommen
  • Gamsbart: zu festlichen Anlässen und Festzügen, ausschließlich am Hut
  • Charivari: zum Festtag und auf der Wiesn, getragen über dem Hosentürl
  • Einstecktuch: im Janker zur Hochzeit, farblich passend zur Weste

Styling-Tipp: Als Trauzeuge auf einer Trachtenhochzeit tragen Sie zum Beispiel Hut mit Gamsbart beim Fototermin vor der Kirche und lassen das Charivari weg. So bleibt der Look festlich, ohne überladen zu wirken.

Farben abstimmen: Der Lederton als Anker

Das Auge sucht Wiederholung. Taucht eine Farbe im Outfit nur einmal auf, wirkt sie zufällig; taucht sie zweimal auf, wirkt sie gewählt. Mit der Lederhose ist bereits eine große Erdfarbe gesetzt. Kommen mehr als zwei weitere Farben dazu, machen sie dem Leder Konkurrenz, und das Outfit wirkt bunt statt stimmig.

Daraus ergeben sich feste Regeln. Zum Lederton kommen höchstens zwei Farben. Die Akzentfarbe erscheint mindestens zweimal, etwa in Stickerei und Weste oder in Hemdkaro und Strümpfen. Außerdem steht nur ein gemustertes Teil im Mittelpunkt. Zur hellbraunen Lederhose mit grüner Stickerei passen so ein weiß-grün kariertes Hemd und eine tannengrüne Weste, während die Loferl naturweiß bleiben. Grün taucht damit dreimal auf, und das Leder hält alles zusammen. Ein Sonderfall ist Hellblau mit Weiß: Die Farben des bayerischen Rautenwappens wirken auf dem Oktoberfest vertraut und passen zu fast jedem mittleren Braun, sie vertragen aber kaum eine weitere kräftige Farbe daneben.

Welche Farben zu welchem Lederton passen, zeigt die Übersicht:

LedertonBegleitfarbenAkzentWirkung
Hellbraun, warmWeiß, Creme, TannengrünBordeauxsommerlich, offen
MittelbraunWeiß, Hellblau, MoosgrünRotklassisch
DunkelbraunWeiß, Grau, FlaschengrünSenfgelbruhig, traditionell
SchwarzWeiß, Anthrazit, DunkelblauSilbergraufestlich, modern

Für einen gemeinsamen Auftritt mit Ihrer Begleitung im Dirndl genügt ein geteilter Farbton, etwa das Grün der Schürze in Ihrer Weste. Identische Muster wirken dagegen schnell wie eine Uniform.

Lederhosen-Outfits nach Anlass

Vom Hemd über Weste und Janker bis zum Hut steigt die Formalität Stufe für Stufe, und der Anlass legt fest, wie viele dieser Stufen nötig sind. Je festlicher der Rahmen, desto ruhiger die Farben und desto mehr Schichten tragen Sie übereinander.

Auf dem Oktoberfest zählt Bewegungsfreiheit, deshalb genügen dort wenige Schichten. Zur Trachtenhochzeit gilt eine einfache Faustregel: Der Bräutigam trägt das festlichste Outfit, als Gast bleiben Sie eine Stufe zurückhaltender. Trägt der Bräutigam etwa Samtweste und Hut mit Gamsbart, verzichten Sie als Gast auf den Gamsbart oder wählen eine farbige statt einer schwarzen Weste. Im Biergarten und im Alltag darf es lässig sein, hier ersetzt ein Trachten-T-Shirt häufig das Hemd.

Die Übersicht fasst die Kombinationen Teil für Teil zusammen:

AnlassLederhoseOberteilDarüberStrümpfe und Schuhe
Oktoberfest, Volksfestkurz, hell bis mittelbraunKarohemdleichte Weste oder ohneLoferl, Haferlschuhe
Trachtenhochzeit als GastKniebund oder kurz, dunkelweißes HemdSamtweste, JankerKniestrümpfe oder Loferl, Haferlschuhe
Festtag, KirchweihKniebundweißes oder fein kariertes HemdWeste, JankerKniestrümpfe, Haferlschuhe
Biergarten, AlltagkurzTrachten-T-Shirt oder HemdohneTrachtensocken, Sneaker

Zu Festtag und Kirchweih passt die Kniebundlederhose mit Janker, der hier häufig geschlossen bleibt. Auf einer Hochzeit dürfen Sie den Janker am Abend zum Tanzen ablegen; mit der Weste bleibt das Outfit trotzdem vollständig.

Die Lederhose bei Damen: Was sich vom Herrenlook übertragen lässt

Die Farblogik gilt für Damen genauso: Der Lederton ist der Anker, die Stickerei liefert die Akzentfarbe. Anders ist der Schnitt. Damen-Lederhosen sind meist figurnäher und kürzer, häufig in Bermuda- oder Hotpants-Länge, und verlangen deshalb ein taillenbetontes Oberteil, das in den Bund gesteckt wird. So setzt sich die Form des Dirndls fort, nur mit robusterem Material.

Als Oberteil bieten sich vor allem diese Varianten an:

  • Trachtenbluse mit Puffärmeln: verspielt, passend zur kurzen Lederhose auf der Wiesn
  • Trachtenbody: sitzt glatt im Bund und rutscht beim Tanzen nicht heraus
  • Trachtenshirt: lässig für Biergarten und Alltag
  • Stehkragenbluse: elegant zur Kniebundlänge auf einer Trachtenhochzeit

Strümpfe und Schuhe folgen derselben Längenlogik wie bei Herren. Zur kurzen Lederhose passen Kniestrümpfe oder Overknees, dazu Haferlschuhe oder Trachtenpumps, bei Regen auch Boots. Hosenträger sind für Damen ebenfalls möglich, meist schmaler und bestickt. Für kühle Abende ersetzt eine kurze Strickjacke oder eine taillierte Trachtenjacke den Janker, weil ein gerader Jankerschnitt die Taille verdeckt und den Bezug zur figurnahen Hose aufhebt.

Redaktionstipp: Lederhose statt Dirndl? In unserem Beitrag verraten wir Ihnen, welche Details dabei wirklich zählen, und wie sich Lederhose, Bluse und Schuhe zu einem Trachten-Ensemble fügen, das ebenso authentisch wirkt wie das klassische Dirndl.

Lederhosen von Stockerpoint – für SIE

Von der Lederhose aus gedacht: So entsteht ein stimmiges Outfit

Ein stimmiges Lederhosen-Outfit beginnt bei der Hose selbst. Länge und Lederton legen fest, welche Strümpfe passen und wie festlich der Look werden darf, die Stickerei liefert die Farbe, die Hemd oder Weste wieder aufgreifen. Darauf bauen sich die Schichten auf, vom Hemd bis zum Janker, je nachdem, was der Anlass verlangt. Mit der Grundausstattung sind Sie für die meisten Volksfeste gut angezogen; Weste und Janker bleiben ebenso wie der Hut Ergänzungen für festliche Tage. So wird aus einzelnen Teilen ein Auftritt, der wirkt, als hätte er schon immer zusammengehört.

FAQ: Lederhose kombinieren

Kann man eine Lederhose auch mit T-Shirt tragen?

Ja, im lässigen Rahmen. Ein Trachten-T-Shirt passt zur kurzen Lederhose im Biergarten, beim Grillfest oder am Nachmittag auf dem Volksfest, und die Hosenträger dürfen darüber sichtbar bleiben. Für Trachtenhochzeit und Festtag bleibt das langärmelige Trachtenhemd die bessere Wahl, weil das Shirt dort zu leger wirkt.

Was bedeutet „sämisch gegerbt“ bei einer Lederhose?

Sämisch gegerbt bezeichnet ein traditionelles Gerbverfahren, bei dem Fischtran in die Haut eingearbeitet wird. In handwerklich arbeitenden Gerbereien kann der Prozess rund ein Jahr dauern, industrielle Verfahren brauchen nur wenige Wochen. Das Ergebnis ist ein weiches, dehnbares Leder, das zugleich sehr belastbar ist. Typisch ist die Methode bei Hirsch- und Wildbockleder, das mit den Jahren eine Patina entwickelt.

Hirschleder oder Ziegenleder: Was lässt sich vielseitiger tragen?

Hirschleder ist kräftig und weich zugleich, wirkt besonders traditionell und passt zu festlichen Anlässen wie der Trachtenhochzeit. Ziegenleder ist dünner und leichter, trägt sich an warmen Tagen angenehm und eignet sich gut für den Einstieg. Beide Lederarten folgen denselben Abstimmungsregeln. Maßgeblich für die Wahl der übrigen Teile ist der Lederton, nicht die Lederart.

Wie trägt man die Lederhose an kühlen Tagen?

Greifen Sie zur Kniebundlederhose oder zur langen Lederhose. Statt Loferl tragen Sie Strümpfe aus Wolle, beim Kniebund als Kniestrümpfe unter dem Bund. Darüber gehört ein Strickjanker oder ein Janker aus Loden, der Wind abhält. Trachtenboots mit griffiger Sohle ersetzen die Haferlschuhe, so bleibt das Outfit traditionell und warm zugleich.

Lederhosen für Herren entdecken

Mit der Lederhose beginnt jedes stimmige Trachtenoutfit, denn Länge und Lederton bestimmen, was alle weiteren Teile leisten müssen. Stöbern Sie durch unsere Lederhosen für Herren, von der kurzen Lederhose für die Wiesn bis zur Kniebundlederhose für die Trachtenhochzeit, und stellen Sie Ihr Outfit passend zum nächsten Anlass zusammen.

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